Meine Freundin wurde vergewaltigt

Manuela, 16 Jahre (Name geändert)

Meine Freundin ist vor 3 Monaten auf dem Heimweg von der Disco vergewaltigt worden. Es war ein älterer Typ, den sie vom Sehen her kennt. Sie wurde nicht schwanger hat aber seitdem Angst abends alleine nach Hause zu laufen. Ihrer Mutter hat sie es nicht erzählt, weil sie sonst bestimmt noch seltener abends weggehen dürfte. Ich meine, sie soll den Typ anzeigen. Was meint ihr dazu?


Antwort:

Es ist sehr schlimm, was deiner Freundin passiert ist, und ich verstehe gut, dass sie nun abends auf dem Heimweg Angst hat und nicht so richtig weiß, was sie tun soll.

Ich würde ihr raten, mit einem Erwachsenen zu reden, am besten mit einer Frau. Wenn es ihr bei ihrer Mutter schwer fällt, kennt sie vielleicht eine andere Frau (Lehrerin, Patin, Mutter einer Freundin etc.), der sie vertraut und die sie ansprechen könnte.

Am besten wäre es, wenn sei in eine Beratungsstelle ginge, die sich mit solchen Erlebnissen auskennt (in Mannheim z. B. Pro Familia, Tel.: 2 77 20 oder Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen, Tel.: 1 00 33). Du kannst ja mit ihr hingehen, wenn es ihr dann leichter fällt. Ich finde es wichtig, dass sie mit jemand über dieses schlimme Erlebnis und über seine Folgen reden kann. Wahrscheinlich ist sie verunsichert im Umgang mit Männern und muss erst wieder Vertrauen fassen.

Wichtig ist auch zu überlegen, ob sie den Mann, der sie vergewaltigt hat, anzeigt. Im allgemeinen bin ich dafür dies zu tun, damit nicht vielleicht andere junge Frauen dasselbe erleiden müssen, wie sie. Da aber auch viele Unannehmlichkeiten damit verbunden sind (Aussagen bei der Polizei, Gerichtsverhandlung) ist es gut wenn sie weiß, was dabei auf sie zukommt, um entscheiden zu können, was sie tun will.


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